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Use and Perceived Helpfulness of Different Intervention Strategies in Myalgic Encephalomyelitis/Chronic Fatigue Syndrome and Depression

Publikation: Beitrag in Fachzeitschrift (peer-reviewed)Artikel in Fachzeitschrift

Abstract

Hintergrund: Patient:innen mit myalgischer Enzephalomyelitis / Chronischem Fatigue-Syndrom (ME/CFS) oder Depression berichten häufig über ausgeprägte, belastende Erschöpfung. Dennoch unterscheiden sich die beiden Erkrankungen deutlich hinsichtlich ihrer ätiologischen und diagnostischen Klarheit sowie ihres klinischen Managements. Ziel dieser Studie war es, Unterschiede in der Nutzung und der wahrgenommenen Wirksamkeit eines breiten Spektrums konventioneller Behandlungen und komplementärer Interventionen – einschließlich ernährungsbezogener Ansätze – zwischen Patient:innen mit ME/CFS und Depression zu untersuchen.

Methoden: Im Jahr 2024 wurde eine querschnittliche Online-Befragung durchgeführt. Insgesamt 819 Teilnehmende identifizierten sich selbst als an ME/CFS (n = 576) oder Depression (n = 243) erkrankt. Die Teilnehmenden (80 % weiblich) berichteten über ihre Nutzung und die wahrgenommene Wirksamkeit von 52 Behandlungen und Interventionen, darunter verhaltenstherapeutische Ansätze, medikamentöse Therapien sowie Nahrungsergänzungsmittel. Gruppenunterschiede wurden mithilfe multivariater Varianz- und Kovarianzanalysen (MANOVA/MANCOVA) untersucht. Offene Antworten wurden deskriptiv mittels thematischer Gruppierung und Häufigkeitsauszählungen ausgewertet.

Ergebnisse: Teilnehmende mit Depression berichteten am häufigsten über die Nutzung von Psychotherapie (M = 2,49; SD = 1,00) und antidepressiver Medikation (M = 2,44; SD = 2,30) und bewerteten insgesamt weniger Interventionen als hilfreich im Vergleich zu Teilnehmenden mit ME/CFS. Demgegenüber gaben Teilnehmende mit ME/CFS eine signifikant breitere Nutzung unterschiedlicher Interventionsformen an, insbesondere Pacing (M = 2,73; SD = 0,80) und Nahrungsergänzungsmittel (M = 2,43; SD = 1,09), und nahmen viele dieser Interventionen als hilfreich wahr. Die Gruppenunterschiede blieben auch nach Kontrolle von Alter, Geschlecht und der ärztlichen Empfehlung der Behandlung signifikant. Nahrungsergänzungsmittel mit Fokus auf den Energiestoffwechsel (z. B. Coenzym Q10, NADH) wurden insbesondere von Teilnehmenden mit ME/CFS bevorzugt.

Schlussfolgerungen: Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Teilnehmende mit ME/CFS zu einem explorativen und breit gefächerten Interventionsansatz neigen, was möglicherweise die fehlenden standardisierten Leitlinien und die begrenzte Wirksamkeit verfügbarer Behandlungsoptionen widerspiegelt. Teilnehmende mit Depression hingegen scheinen häufiger leitlinienkonforme, evidenzbasierte Behandlungswege zu verfolgen. Insgesamt weisen die Befunde auf einen Bedarf an weiterer Entwicklung und Evaluation empirisch fundierter, patient:innenzentrierter Behandlungs- und Interventionsstrategien für ME/CFS hin und legen Unterschiede in den Versorgungsstrukturen zwischen ME/CFS und Depression nahe.
OriginalspracheEnglisch
Aufsatznummer849
FachzeitschriftJournal of Clinical Medicine
Jahrgang15
Ausgabenummer2
DOIs
PublikationsstatusVeröffentlicht - Jan. 2026

Schlagwörter

  • Myalgische Enzephalomyelitis / Chronisches Fatigue-Syndrom
  • Depression
  • Nahrungsergänzung
  • Symptommanagement
  • multivariate Analyse
  • patientenberichtete Endpunkte

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