Abstract
Selbstverletzendes Verhalten (Self-Harm, SH) bezeichnet traditionell die unmittelbare, absichtliche Verletzung des eigenen Körpers. Digitale Selbstverletzung (Digital Self-Harm, DiSH) ist ein Sammelbegriff, der sowohl digitale Kommunikation über körperliche Selbstverletzung als auch verschiedene Formen der Schädigung der eigenen Online-Reputation umfasst. Beispiele hierfür sind das Teilen peinlicher Informationen über sich selbst (z. B. Gerüchte oder intime Bilder), unabhängig davon, ob diese wahr oder fiktiv sind, in Kontexten, in denen mit negativer sozialer Rückmeldung gerechnet wird.
Aus einer Stimulationsperspektive wird angenommen, dass die Exposition gegenüber gewalthaltigen Online-Inhalten aggressives Verhalten verstärkt. Übertragen auf Selbstverletzung würde dies bedeuten, dass die Online-Exposition gegenüber SH körperliche Selbstverletzung verstärkt, etwa durch soziale Bestätigung oder Verstärkung durch Peers. Demgegenüber sagt eine Displacementperspektive voraus, dass die Auseinandersetzung mit SH im digitalen Raum körperliche Selbstverletzung ersetzt und somit reduziert. Die Beschäftigung mit Darstellungen von SH könnte als emotionales Ventil dienen und dadurch den Drang zur körperlichen Selbstverletzung verringern.
In der vorliegenden Studie untersuchen wir, ob die Exposition gegenüber unterschiedlichen Formen von SH den Drang zur körperlichen Selbstverletzung stimuliert oder verdrängt. In einem experimentellen Design mit vier Bedingungen wurden 136 Personen mit selbstverletzendem Verhalten (rekrutiert aus Online-Foren) zufällig einer von vier Vignetten zugewiesen: (a) geheime, unmittelbare körperliche Selbstverletzung, (b) offengelegte, online geteilte körperliche Selbstverletzung, (c) indirekte Selbstverletzung durch Online-Aggressoren oder (d) fiktive Online-Viktimisierung. Als Outcomes erfassen wir affektive Reaktionen und den eigenen Drang zur Selbstverletzung sowie die Einschätzung des Drangs zur Selbstverletzung der jeweiligen Protagonist:innen. Die ethische Genehmigung liegt vor; die Datenerhebung beginnt im August.
Aus einer Stimulationsperspektive wird angenommen, dass die Exposition gegenüber gewalthaltigen Online-Inhalten aggressives Verhalten verstärkt. Übertragen auf Selbstverletzung würde dies bedeuten, dass die Online-Exposition gegenüber SH körperliche Selbstverletzung verstärkt, etwa durch soziale Bestätigung oder Verstärkung durch Peers. Demgegenüber sagt eine Displacementperspektive voraus, dass die Auseinandersetzung mit SH im digitalen Raum körperliche Selbstverletzung ersetzt und somit reduziert. Die Beschäftigung mit Darstellungen von SH könnte als emotionales Ventil dienen und dadurch den Drang zur körperlichen Selbstverletzung verringern.
In der vorliegenden Studie untersuchen wir, ob die Exposition gegenüber unterschiedlichen Formen von SH den Drang zur körperlichen Selbstverletzung stimuliert oder verdrängt. In einem experimentellen Design mit vier Bedingungen wurden 136 Personen mit selbstverletzendem Verhalten (rekrutiert aus Online-Foren) zufällig einer von vier Vignetten zugewiesen: (a) geheime, unmittelbare körperliche Selbstverletzung, (b) offengelegte, online geteilte körperliche Selbstverletzung, (c) indirekte Selbstverletzung durch Online-Aggressoren oder (d) fiktive Online-Viktimisierung. Als Outcomes erfassen wir affektive Reaktionen und den eigenen Drang zur Selbstverletzung sowie die Einschätzung des Drangs zur Selbstverletzung der jeweiligen Protagonist:innen. Die ethische Genehmigung liegt vor; die Datenerhebung beginnt im August.
| Titel in Übersetzung | Digitale Selbstverletzung: Online-Vignettenexperiment |
|---|---|
| Originalsprache | Englisch |
| Publikationsstatus | Veröffentlicht - Nov. 2025 |
| Veranstaltung | Cyberspace Conference 2025 - Brno, Tschechische Republik Dauer: 28 Nov. 2025 → 29 Nov. 2025 |
Konferenz
| Konferenz | Cyberspace Conference 2025 |
|---|---|
| Land/Gebiet | Tschechische Republik |
| Ort | Brno |
| Zeitraum | 28.11.2025 → 29.11.2025 |
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