Abstract
Hintergrund/Zielsetzung:
Myalgische Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue-Syndrom (ME/CFS) ist eine komplexe neuroimmunologische Erkrankung mit begrenzten Behandlungsmöglichkeiten. Trotz der weit verbreiteten Anwendung von Nahrungsergänzungsmitteln (Dietary Supplements, DS) durch ME/CFS-Betroffene zur Linderung von Fatigue und begleitenden Symptomen ist die Evidenzlage bislang uneinheitlich. Ziel dieser systematischen Übersichtsarbeit ist es, eine aktualisierte Synthese zur Wirksamkeit von DS-Interventionen bereitzustellen und mögliche zugrunde liegende Wirkmechanismen zu beleuchten.
Methoden:
Die systematische Übersichtsarbeit wurde gemäß den PRISMA-Leitlinien durchgeführt. Eine systematische Literaturrecherche erfolgte in mehreren Datenbanken (Ebsco Host, PubMed, Scopus, Google Scholar) anhand der Suchbegriffe ME/CFS und Dietary Supplements mit Fokus auf Publikationen aus dem Zeitraum 1994 bis 2024. Primärer Outcome war Fatigue; weitere Outcomes umfassten psychisches Wohlbefinden, körperliche Aktivität und biochemische Marker. Zwei unabhängige Forschende führten ein mehrstufiges Screening der Studien durch und bewerteten Qualität und Verzerrungsrisiken mithilfe der Cochrane-Risikobewertungsinstrumente (RoB-2, ROBINS-I).
Ergebnisse:
Insgesamt wurden 14 Studien (N = 809) mit heterogenen Studiendesigns eingeschlossen, die überwiegend ein hohes Verzerrungsrisiko aufwiesen, insbesondere aufgrund fehlender Daten und Selektionsbias. Einige Interventionen (L-Carnitin und Guanidinoessigsäure, Oxalacetat, CoQ10-Selen-Kombination, NADH sowie die Kombination aus NADH und CoQ10) zeigten signifikante Reduktionen der Fatigue. Methodische Limitationen wie kleine Stichproben und unvollständige Datensätze lassen jedoch keine belastbaren Schlussfolgerungen zu. Für sekundäre Outcomes wie kognitive Funktionen und inflammatorische Marker wurden gemischte Ergebnisse berichtet. Sechs Studien dokumentierten Nebenwirkungen, darunter Übelkeit und Schlaflosigkeit.
Schlussfolgerungen:
Obwohl einige Nahrungsergänzungsmittel Potenzial zur Reduktion von Fatigue bei ME/CFS zeigen, erschweren methodische Einschränkungen und inkonsistente Befunde eindeutige Schlussfolgerungen. Zukünftige Forschung sollte verbesserte diagnostische Kriterien anwenden und diversere Populationen einschließen.
Myalgische Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue-Syndrom (ME/CFS) ist eine komplexe neuroimmunologische Erkrankung mit begrenzten Behandlungsmöglichkeiten. Trotz der weit verbreiteten Anwendung von Nahrungsergänzungsmitteln (Dietary Supplements, DS) durch ME/CFS-Betroffene zur Linderung von Fatigue und begleitenden Symptomen ist die Evidenzlage bislang uneinheitlich. Ziel dieser systematischen Übersichtsarbeit ist es, eine aktualisierte Synthese zur Wirksamkeit von DS-Interventionen bereitzustellen und mögliche zugrunde liegende Wirkmechanismen zu beleuchten.
Methoden:
Die systematische Übersichtsarbeit wurde gemäß den PRISMA-Leitlinien durchgeführt. Eine systematische Literaturrecherche erfolgte in mehreren Datenbanken (Ebsco Host, PubMed, Scopus, Google Scholar) anhand der Suchbegriffe ME/CFS und Dietary Supplements mit Fokus auf Publikationen aus dem Zeitraum 1994 bis 2024. Primärer Outcome war Fatigue; weitere Outcomes umfassten psychisches Wohlbefinden, körperliche Aktivität und biochemische Marker. Zwei unabhängige Forschende führten ein mehrstufiges Screening der Studien durch und bewerteten Qualität und Verzerrungsrisiken mithilfe der Cochrane-Risikobewertungsinstrumente (RoB-2, ROBINS-I).
Ergebnisse:
Insgesamt wurden 14 Studien (N = 809) mit heterogenen Studiendesigns eingeschlossen, die überwiegend ein hohes Verzerrungsrisiko aufwiesen, insbesondere aufgrund fehlender Daten und Selektionsbias. Einige Interventionen (L-Carnitin und Guanidinoessigsäure, Oxalacetat, CoQ10-Selen-Kombination, NADH sowie die Kombination aus NADH und CoQ10) zeigten signifikante Reduktionen der Fatigue. Methodische Limitationen wie kleine Stichproben und unvollständige Datensätze lassen jedoch keine belastbaren Schlussfolgerungen zu. Für sekundäre Outcomes wie kognitive Funktionen und inflammatorische Marker wurden gemischte Ergebnisse berichtet. Sechs Studien dokumentierten Nebenwirkungen, darunter Übelkeit und Schlaflosigkeit.
Schlussfolgerungen:
Obwohl einige Nahrungsergänzungsmittel Potenzial zur Reduktion von Fatigue bei ME/CFS zeigen, erschweren methodische Einschränkungen und inkonsistente Befunde eindeutige Schlussfolgerungen. Zukünftige Forschung sollte verbesserte diagnostische Kriterien anwenden und diversere Populationen einschließen.
| Titel in Übersetzung | Nahrungsergänzung zur Linderung von Fatigue-Symptomen bei Myalgischer Enzephalomyelitis/Chronischem Fatigue-Syndrom (ME/CFS) – Eine systematische Übersicht |
|---|---|
| Originalsprache | Englisch |
| Publikationsstatus | Veröffentlicht - Mai 2025 |
| Veranstaltung | 3rd International Meeting of the Charité Fatigue Center - Berlin, Deutschland Dauer: 12 Mai 2025 → 13 Mai 2025 |
Konferenz
| Konferenz | 3rd International Meeting of the Charité Fatigue Center |
|---|---|
| Land/Gebiet | Deutschland |
| Ort | Berlin |
| Zeitraum | 12.05.2025 → 13.05.2025 |
Fingerprint
Untersuchen Sie die Forschungsthemen von „Nahrungsergänzung zur Linderung von Fatigue-Symptomen bei Myalgischer Enzephalomyelitis/Chronischem Fatigue-Syndrom (ME/CFS) – Eine systematische Übersicht“. Zusammen bilden sie einen einzigartigen Fingerprint.Dieses zitieren
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